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Ein letztes Ziel für die Identifikationsfigur

Daniel Jeremic will „seiner“ SG Viernheim zum Klassenerhalt in der Kreisklasse A verhelfen

Daniel Jeremic (Bild, links) und Badou Sonko.

Bei der SG Viernheim richtet sich in der entscheidenden Phase der Saison vieles auf eine prägende Persönlichkeit: Daniel Jeremic. Während der Verein in der Kreisklasse A seit Jahren mit fehlender Konstanz auf und neben dem Platz zu kämpfen hat, übernimmt ausgerechnet ein Routinier erneut Verantwortung-mit dem klaren Ziel, den Klassenerhalt zu sichern.

Die sportliche Situation der „Orangenen“ ist angespannt. Der vorletzte Tabellenplatz spiegelt die Schwierigkeiten wider, mit denen die Mannschaft in den vergangenen Jahren konfrontiert war. Häufig wechselnde personelle Konstellationen und fehlende Stabilität im sportlichen Bereich haben dazu beigetragen, dass sich keine nachhaltige Entwicklung einstellen konnte. Für viele Spieler war die SG Viernheim offenbar lediglich eine Station, ohne tiefere emotionale Bindung zum Verein. Gerade in solchen Phasen wird deutlich, wie wichtig Identifikationsfiguren sind, die Verantwortung übernehmen und den Verein auch in schwierigen Zeiten tragen.

Eine solche Identifikationsfigur verkörpert Daniel Jeremic in besonderer Weise. Der Mittelfeldspieler gilt nicht nur als erfahren und verlässlich, sondern auch als jemand, der sich voll und ganz mit seinem Verein identifiziert. Sein Engagement beschränkt sich dabei nicht allein auf den aktiven Spielbetrieb. Auch im Nachwuchsbereich ist Jeremic tätig und bringt als Jugendtrainer jungen Spielern die Grundlagen des Fußballs näher. Diese enge Verbindung zur SG Viernheim macht seine wiederholten Comebacks umso bemerkenswerter.

Pluspunkte: Übersicht, Spielverständnis und Erfahrung

Bereits in der vergangenen Saison, als der Abstieg bedrohlich nahe rückte, kehrte Jeremic ins Training zurück, um der Mannschaft zu helfen. Dass er jedoch auch in der laufenden Spielzeit erneut eingreifen würde, war keineswegs selbstverständlich. Ein Rückschlag folgte Ende Oktober 2025, als er sich in einem Heimspiel eine Verletzung am Jochbein zuzog. Für viele hätte ein solcher Vorfall das endgültige Aus bedeutet. Doch Jeremic entschied sich anders. Noch vor wenigen Wochen stellte er sich sogar in den Dienst der Mannschaft, indem er als ehemaliger Torhüter zwischen den Pfosten aushalf. Bis auf ein frühes Gegentor zeigte er dabei eine überzeugende Leistung und unterstrich einmal mehr seine Vielseitigkeit und seinen Einsatzwillen.

Am vergangenen Wochenende kehrte Jeremic schließlich wieder auf seine angestammte Position als Feldspieler zurück. Beim 2:2-Unentschieden gegen den SV Sandhofen stand er nahezu über die gesamte Spielzeit auf dem Platz und absolvierte 89 Minuten. Auch wenn ihm naturgemäß etwas an Antrittsschnelligkeit fehlt, gleicht er dies durch Übersicht, Spielverständnis und Erfahrung aus. Zudem präsentierte er sich konditionell in bemerkenswerter Verfassung, was ihn auch im Vergleich zu jüngeren Mitspielern konkurrenzfähig macht.

Spielertrainer Steven Schreck zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem erneuten Einsatz seines Routiniers und betonte dessen Bedeutung für die Mannschaft.

„Es freut mich, dass er auf dem Platz steht. Er hilft uns ungemein mit seiner Erfahrung“

erklärte Schreck und brachte damit die Wertschätzung innerhalb des Teams zum Ausdruck.

Klassenerhalt weiter möglich

Für die SG Viernheim geht es in den verbleibenden Spielen nun um alles. Der Klassenerhalt ist weiterhin möglich, erfordert jedoch eine geschlossene Mannschaftsleistung und den unbedingten Willen, die Liga zu halten. Gerade in dieser entscheidenden Phase kommt Spielern wie Daniel Jeremic eine Schlüsselrolle zu. Seine Haltung und sein Einsatz verkörpern genau das, was dem Verein in der Vergangenheit oft gefehlt hat.

Sollte es der SG Viernheim gelingen, den Abstieg in die Kreisklasse B noch abzuwenden, wäre dies nicht nur sportlich von großer Bedeutung. Es wäre zugleich ein würdiger Abschluss für eine Karriere, die in besonderer Weise mit dem Verein verbunden ist und die zeigt, welchen Unterschied echte Identifikation im Fußball machen kann.

Text & Bild: VT

 

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Nachruf auf Werner Gutperle

Mit großer Trauer nimmt die SG 1983 Viernheim e. V. Abschied von Werner Gutperle

Werner Gutperle war ein außergewöhnlich großzügiger Mitbürger unserer Stadt Viernheim, der die Vereinswelt über viele Jahre hinweg mit großem Engagement und beeindruckender Hilfsbereitschaft unterstützt hat.

Sein Einsatz galt nicht nur einzelnen Projekten, sondern stets der Gemeinschaft als Ganzem. Mit seiner offenen Art, seiner Verbundenheit zur Stadt und seinem verlässlichen Handeln hat er zahlreiche Vereine – darunter auch unseren – nachhaltig gefördert und gestärkt. Sein Wirken war geprägt von Bescheidenheit, Weitsicht und echter Heimatverbundenheit.

Werner Gutperle verstand es, Verantwortung zu übernehmen und dabei immer den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Sein Engagement hat Spuren hinterlassen, die weit über das Sichtbare hinausgehen. Viele Initiativen und Entwicklungen in Viernheim tragen seine Handschrift und werden sein Andenken bewahren.

Der SG 1983 Viernheim e. V. wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder
SG 1983 Viernheim e. V.

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„Orangene“ stellen Weichen für die Zukunft

Jahreshauptversammlung bestätigt Thorsten Grün einstimmig im Amt des Vorsitzenden

Mitglieder verabschieden Qualitätsmanagement

In einer gut besuchten Jahreshauptversammlung hat am vergangenen Freitagabend die SG Viernheim im Vereinsheim des Familiensportparks West zentrale personelle und strukturelle Entscheidungen getroffen. Die Mitglieder sprachen dem bisherigen Vorsitzenden Thorsten Grün erneut einstimmig ihr Vertrauen aus und bestätigten ihn in seinem Amt. Ebenso geschlossen fiel die Zustimmung für ein neu ausgearbeitetes Qualitätsmanagement aus, das die Vereinsarbeit künftig auf eine breitere und klarer strukturierte Basis stellen soll.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Thorsten Grün votierte die Jahreshauptversammlung einstimmig dafür, dass Heike Kiss und Gerhard Hoock zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.

Bereits zu Beginn der Versammlung wurden verdiente Persönlichkeiten des Vereins besonders gewürdigt. Auf Vorschlag des Vorstands beschlossen die anwesenden Mitglieder ohne Gegenstimme, Heike Kiss und Gerhard Hoock zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Damit reihen sie sich in einen Kreis ein, dem auch mehrere prägende Figuren der Vereinsgeschichte angehören, darunter der verstorbene frühere Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus Kübler, der ehemalige Bürgermeister Josef Baumgärtner sowie der frühere Landrat und Viernheimer Bürgermeister Norbert Hofmann. Ebenfalls zu den Ehrenmitgliedern zählen der Gründungs-Ehrenvorsitzende Michael Mantei sowie Otto Alter, Erich Tannert, Klaus Dieter Grünwald und Günter Grünwald.

In seinem Rechenschaftsbericht zeichnete Vorsitzender Thorsten Grün ein differenziertes Bild der vergangenen zwölf Monate. Einerseits dankte er seinen Vorstandskollegen für die Zusammenarbeit, andererseits sparte er problematische Entwicklungen nicht aus. Besonders kritisch stellte sich die sportliche Situation im Seniorenbereich dar. Die erste Mannschaft blickt auf ein enttäuschendes Jahr 2025 zurück und kämpft derzeit in der Kreisklasse A um den Klassenerhalt. Die zweite Mannschaft wurde vom Spielbetrieb abgemeldet. Für die Zukunft formulierte Grün jedoch ein klares Ziel:

„Wir wollen versuchen, dass wir zur Saison 2026/27 wieder eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb melden können.“

Ziel bleibt die Meldung einer A-und B-Junioren-Mannschaft

Mit Blick auf das Vereinsleben äußerte der Vorsitzende den Wunsch, dass sich die Spieler der ersten Mannschaft wieder stärker in organisatorische und gesellschaftliche Aktivitäten einbringen. Der Veranstaltungskalender ist derzeit überschaubar. Als fester Termin steht lediglich das traditionelle deutsch-ungarische Grillfest an Christi Himmelfahrt am 14. Mai fest. Ein für die Region bedeutendes Spenden-Fußballturnier für Intensivpflegeeinrichtungen wird im Jahr 2026 nicht auf der Anlage der SG Viernheim stattfinden. Grün erklärte hierzu:

„Da wir nicht wussten, wie es im Vorstand weitergeht, konnten wir den Termin nicht wahrnehmen.“

Jugendleiter Francesco Ferraraccio.

Perspektivisch wird über zusätzliche Veranstaltungen nachgedacht, etwa eine Feier zum Jahreswechsel im Vereinsheim. Sorgen bereitet dem Vorstand insbesondere die Mitgliederentwicklung. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Mitglieder um rund zehn Prozent zurückgegangen, was die Verantwortlichen als ernstzunehmendes Signal werten. Gleichzeitig zeigt sich im Jugendbereich ein deutlich positiveres Bild. Jugendleiter Francesco Ferraraccio berichtete von aktuell rund 150 Kindern und Jugendlichen, die in verschiedenen Altersklassen aktiv sind. Die Nachwuchsarbeit erstreckt sich über mehrere Bambini-, F- und E-Junioren-Teams sowie eine C-Jugendmannschaft. Aufbauend auf dieser breiten Basis soll künftig auch der Übergang in den Seniorenbereich gestärkt werden. Ziel ist die baldige Meldung von A- und B-Juniorenmannschaften, um langfristig eigene Talente in die ersten Mannschaften integrieren zu können.

„Dieses Ziel haben wir schon lange und wollen es nun auch verwirklichen“

betonte Grün.

Andreas Farrenkopf neuer zweiter Vorsitzender

Von links nach rechts: Kassenwart Lukas Kempf, Vorsitzender Thorsten Grün, Geschäftsführerin Alexandra Rühle, Zweiter Vorsitzender Andreas Farrenkopf, der AH-Vorsitzende Valerie Merkel und Kai Rohland, zuständig für die Mitgliederverwaltung.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen darüber hinaus die turnusmäßigen Vorstandswahlen, die zu einer deutlichen personellen Neuaufstellung führten. Während Thorsten Grün als Vorsitzender bestätigt wurde, übernimmt künftig Andreas Farrenkopf das Amt des zweiten Vorsitzenden. Sein Vorgänger Denis Treichel hatte nach neun Jahren im Amt seinen Rückzug erklärt. Auch im Bereich der Finanzen kam es zu einer Veränderung: Heike Kiss trat nicht erneut zur Wahl an, ihre Aufgaben als Kassenwart übernimmt nun Lukas Kempf. Alexandra Rühle bleibt weiterhin Geschäftsführerin, während sich Kai Rohland für die Mitgliederverwaltung verantwortlich zeichnet. Der Spielausschuss setzt sich künftig aus Dennis Herzog, Kim-Pascal Boysen sowie Julian und Francesco Ferraraccio zusammen.

Aufgaben klar definieren

Michael Mantei

Ein zentrales Zukunftsprojekt des Vereins wurde ebenfalls ohne Gegenstimmen beschlossen. Das von Michael Mantei erarbeitete Qualitätsmanagement soll als verbindlicher Leitfaden für die Vorstandsarbeit dienen. Ziel ist es, Aufgaben klar zu definieren, Zuständigkeiten transparent zu gestalten und damit sowohl die Effizienz als auch die Nachvollziehbarkeit der Vereinsführung zu erhöhen. Darüber hinaus soll das Konzept engagierten Mitgliedern den Einstieg in ehrenamtliche Funktionen erleichtern. Die Initiative geht jedoch über organisatorische Aspekte hinaus und zielt auf eine grundlegende Weiterentwicklung der Vereinskultur ab. Klare Strukturen, gegenseitiges Vertrauen und eine stärkere Eigenverantwortung der einzelnen Funktionsträger sollen künftig die Zusammenarbeit prägen. Mantei wies jedoch darauf hin, dass die Umsetzung Zeit in Anspruch nehmen wird:

„Das wird nicht binnen weniger Monate umzusetzen sein.“

Zum Abschluss der Versammlung wurde aus den Reihen der Mitglieder ein sportlicher Wunsch formuliert, der die derzeitige Situation treffend zusammenfasst: der Klassenerhalt der ersten Mannschaft. Eine Aufgabe, die aber nicht durch den Vorstand um Thorsten Grün realisiert werden kann, sondern letztlich alleine durch die Spieler auf dem Spielfeld entschieden werden muss.

Text & Bilder: VT

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