SG Viernheim gewinnt beim Tabellenletzten SC Blumenau mit 4:0 und schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf der Kreisklasse A
Mit einem überzeugenden Auswärtssieg hat die SG Viernheim im Abstiegskampf der Kreisklasse A ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Beim Tabellenletzten SC Blumenau setzten sich die Südhessen klar mit 4:0(2:0) durch und konnten dabei nicht nur drei wichtige Punkte verbuchen, sondern auch ein lange vermisstes Erfolgserlebnis feiern: Erstmals in dieser Saison blieb die Mannschaft ohne Gegentor.
Von Beginn an trat Viernheim dominant auf und kontrollierte das Spielgeschehen nahezu durchgehend. Die Gäste erspielten sich bereits in der Anfangsphase zahlreiche hochkarätige Torchancen, scheiterten jedoch zunächst an der eigenen Chancenverwertung. Trotz der spielerischen Überlegenheit dauerte es bis zur 34. Minute, ehe Daniel Jeremic den Bann brach und seine Mannschaft in Führung brachte. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Baris Unvar auf 2:0 und sorgte damit für eine beruhigende Ausgangslage zur Halbzeit.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert. Viernheim agierte druckvoll und ließ dem Gegner kaum Raum zur Entfaltung. In der 50. Minute baute Emre Gülmez die Führung weiter aus, bevor Kim-Pascal Boysen in der 65. Minute per Elfmeter den 4:0-Endstand herstellte. Defensiv zeigte sich die Mannschaft dabei ungewohnt stabil und ließ über die gesamte Spielzeit hinweg kaum nennenswerte Chancen des Gegners zu.
Die personellen Voraussetzungen waren dabei alles andere als optimal. Stammtorhüter Daniel Sopov stand nicht zur Verfügung und wurde durch Azad Aslan ersetzt, der seine Aufgabe souverän erfüllte. Zudem fehlten Andrew Schmitt krankheitsbedingt sowie Domenik Herrmann aufgrund einer Rotsperre. Dennoch präsentierte sich die Mannschaft geschlossen und entschlossen.
Spielertrainer übt Selbstkritik
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Spielertrainer Steven Schreck erleichtert über die Leistung seines Teams.
„Endlich haben wir Fußball gespielt“
lautete sein Fazit, das die insgesamt überzeugende Darbietung treffend zusammenfasste. Gleichzeitig übte er auch Selbstkritik und verwies auf ungenutzte Chancen, die ein noch deutlicheres Ergebnis möglich gemacht hätten. Mit diesem Sieg hat die SG Viernheim ihre Ausgangsposition im Tabellenkeller spürbar verbessert. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nun lediglich zwei Punkte, bei noch sieben ausstehenden Spieltagen ist damit wieder alles möglich. Die nächste Gelegenheit, den positiven Trend fortzusetzen, bietet sich am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen die SG Hemsbach. Anstoß ist um 15 Uhr im Familiensportpark West, wo die Viernheimer den nächsten Schritt im Kampf um den Klassenerhalt gehen wollen.
Für die SG Viernheim spielten:
Aslan-Ilgüner, Hanselmann(75.Kamara), Schreck(85.Izci), Yagiz(80.Peterhänsel), Unvar, Boysen, Jeremic(65.Herzog), Gülmez(57.Ferraraccio), Kempf, Sonko.
Ein Aktivposten bei der SG Viernheim ist Daniel Jeremic.
Nach dem vielversprechenden Neustart unter Spielertrainer Steven Schreck schien sich für die SG Viernheim Anfang März eine Wende im Abstiegskampf der Kreisklasse A anzubahnen. Der 4:3-Erfolg am 8. März im Derby beim TSV Amicitia Viernheim 2 im Waldstadion wurde als Signal gewertet, dass die „Orangenen“ die erhoffte Aufholjagd starten könnten. In den Wochen danach blieb dieser Trend jedoch aus. Statt sich entscheidend zu verbessern, verharrt die Mannschaft weiterhin im Tabellenkeller und liegt mittlerweile fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück. Der drohende Abstieg in die Kreisklasse B ist damit ein realistisches Szenario geblieben. Das „Viernheimer Tageblatt“ nennt drei Gründe, warum eine Aufholjagd bisher nicht gelang.
Erstens: Die Kader-Qualität wird überschätzt. Eine genauere Betrachtung der bisherigen Entwicklung zeigt mehrere Ursachen für die ausbleibende Trendwende. Ein zentraler Punkt ist die Einschätzung der eigenen Kaderqualität. Auf dem Papier verfügt die SG Viernheim über Spieler, die nicht zwingend in den Abstiegskampf gehören müssten. Namen allein entscheiden jedoch keine Spiele, und genau hier liegt das Problem. Die Mannschaft schafft es bislang nicht, ihr vorhandenes Potenzial konstant auf den Platz zu bringen. Hinzu kommt, dass Trainer Steven Schreck bislang selten auf seine bestmögliche Formation zurückgreifen konnte. Immer wieder fehlten wichtige Akteure, sei es aus beruflichen, gesundheitlichen oder verletzungsbedingten Gründen. Torjäger Julian Ferraraccio stand zeitweise nicht zur Verfügung, Co-Trainer Marc Hanselmann musste krankheitsbedingt passen, und auch Kim-Pascal Boysen konnte nur unregelmäßig eingesetzt werden. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Tabelle nach 22 Spieltagen ein klares Bild zeichnet.
„Die Tabelle lügt nicht“
heißt es entsprechend aus dem Umfeld des Teams. Zudem wird intern kritisch angemerkt, dass die Leistungen einzelner Spieler auf dem Platz nicht mit den eigenen Ansprüchen übereinstimmen. Technische Unsauberkeiten und einfache Fehler prägen immer wieder das Spiel, was die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zusätzlich verdeutlicht.
19 Gegentore in sechs Partien
Zweitens: Das Defensivverhalten. Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Defensivverhalten. Gerade in den bisherigen Partien des Jahres 2026 offenbaren sich deutliche Schwächen. In sechs Spielen kassierte die SG Viernheim 19 Gegentore, während offensiv immerhin zwölf Treffer erzielt wurden. Die offensive Ausbeute ist für ein Team im Tabellenkeller durchaus beachtlich, doch die defensive Instabilität wiegt schwerer. Im Schnitt mehr als drei Gegentore pro Partie zuzulassen, erschwert es erheblich, Spiele erfolgreich zu gestalten. Auch nach dem Trainerwechsel gelang es bislang nicht, die Defensive nachhaltig zu stabilisieren. Immer wieder führen individuelle Fehler oder Abstimmungsprobleme zu Gegentoren, die den eigenen Aufwand zunichtemachen.
„Wir machen uns das Leben selbst schwer“
Drittens: SG Viernheim schlägt sich selbst. Hinzu kommt ein dritter Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Spiele zieht: Die SG Viernheim bringt sich häufig selbst um mögliche Punkte. Mehrere Partien hätten nach Spielverlauf und Chancenverhältnis durchaus erfolgreicher gestaltet werden können. Bei der 1:2-Heimniederlage gegen den FV Leutershausen ließ die Mannschaft zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt, während beim 2:2 gegen den SV Sandhofen zwei frühe Platzverweise das Team massiv schwächten. Auch beim 3:5 gegen den SC United Weinheim zeigte sich ein ähnliches Bild: Trotz zwischenzeitlicher Spielkontrolle geriet die Mannschaft durch einen schnellen Doppelschlag auf die Verliererstraße.
„Wir machen uns das Leben selbst schwer“
lautet eine treffende Einschätzung aus dem Umfeld der Mannschaft.
Noch acht Spiele Zeit
Die Summe dieser Faktoren erklärt, warum die erhoffte Aufholjagd bislang ausgeblieben ist. Trotz einzelner positiver Ansätze fehlt es an Konstanz, Stabilität und Effizienz in entscheidenden Momenten. Dennoch ist die Saison noch nicht entschieden. Acht Spiele stehen noch aus, und rechnerisch besteht weiterhin die Möglichkeit, zumindest den Relegationsplatz zu erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine deutliche Leistungssteigerung in allen Mannschaftsteilen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die SG Viernheim die nötigen Anpassungen vornehmen kann, um den drohenden Abstieg doch noch abzuwenden.
Badou Sonko ein Hoffnungsschimmer beim abstiegsbedrohtem A-Ligisten SG Viernheim
Starke Pässe und viele Laufwege
Badou Sonko
Die sportliche Lage beim abstiegsbedrohten A-Ligisten SG Viernheim bleibt angespannt. Ein Sieg, ein Unentschieden und vier Niederlagen prägen bislang die Bilanz im Kalenderjahr 2026 – Zahlen, die die schwierige Situation der Mannschaft im Tabellenkeller deutlich widerspiegeln. Inmitten dieser durchwachsenen Phase richtet sich der Blick jedoch verstärkt auf einen Spieler, der nach längerer Pause wieder zur Verfügung steht und neue Impulse ins Offensivspiel bringt: Badou Sonko.
Nach einer verletzungs-und privatbedingten Abwesenheit in der Vorrunde ist Sonko inzwischen wieder fester Bestandteil des Teams und sorgt vor allem im Angriffsspiel für neue Dynamik. Seine Rückkehr wird innerhalb der Mannschaft als wichtiger Faktor im Kampf um den Klassenerhalt gesehen. Besonders auffällig ist dabei seine Spielweise, die von Übersicht, Laufstärke und mannschaftsdienlichem Verhalten geprägt ist. Immer wieder sucht Sonko mit präzisen Pässen den besser postierten Mitspieler und versucht, das Spiel nach vorne zu strukturieren.
Wie bedeutend seine Rolle für die Offensive der Viernheimer inzwischen ist, zeigte sich eindrücklich am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen SC United Weinheim. In einer Partie, die letztlich mit 3:5 verloren ging, setzte Sonko ein wichtiges Zeichen. Beim zwischenzeitlichen 1:1 eroberte er energisch den Ball und leitete unmittelbar den Angriff ein. Mit einem gezielten Zuspiel bediente er Spielertrainer Steven Schreck, der den Ball entschlossen im Netz unterbrachte. Die Szene unterstrich nicht nur Sonkos Spielverständnis, sondern auch seine Fähigkeit, entscheidende Momente einzuleiten.
Auffällig ist zudem seine enorme Laufbereitschaft. Sonko ist sowohl im Mittelfeld als auch im Angriff nahezu auf dem gesamten Spielfeld präsent, beteiligt sich an Defensivaktionen ebenso wie an Offensivvorstößen und schließt damit wichtige Lücken im Spiel der SG Viernheim. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den Mannschaftsteilen. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass seine mannschaftsdienliche Spielweise auch Grenzen hat. In manchen Situationen könnte ein direkter Abschluss oder mehr Eigeninitiative zusätzliche Gefahr für das gegnerische Tor bringen. Er sieht oft den besser postierten Mitspieler, doch manchmal wäre ein schneller Abschluss die bessere Wahl.
Stark als Vorlagengeber
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung zusätzlicher Offensivimpulse. Mit bislang 31 erzielten Treffern stellt die SG Viernheim eine der schwächeren Angriffsreihen der Liga. In der aktuellen Phase des Abstiegskampfes ist daher jede kreative und spielerische Verstärkung von großer Bedeutung. Sonko kann dabei eine Schlüsselrolle einnehmen – vor allem als Vorlagengeber, der Chancen vorbereitet und das Spieltempo bestimmt. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass ihm in dieser Saison bislang noch kein eigener Treffer gelungen ist. Angesichts der verbleibenden acht Partien gewinnt seine Formkurve weiter an Bedeutung. Die Hoffnung im Umfeld der SG Viernheim richtet sich darauf, dass Sonko nicht nur als Antreiber und Vorbereiter fungiert, sondern auch selbst torgefährlicher wird. Der Abstand zu den rettenden Plätzen ist gering genug, um noch eine Wende zu ermöglichen, doch dafür bedarf es konstanter Leistungen und individueller Akzente. So bleibt Badou Sonko in einer schwierigen Saisonphase einer der wenigen Lichtblicke. Seine Rückkehr bringt Struktur und Bewegung ins Spiel der Viernheimer-Qualitäten, die im engen Rennen um den Klassenerhalt den entscheidenden Unterschied ausmachen könnten.