SG-Trainer Enrique Cazorla hört am Saisonende auf

Verein bedauert Entschluss / Neuer Vorstand in den Startlöchern

„Keine Planungssicherheit“

Enrique Cazorla, Trainer des B-Ligisten SG Viernheim, wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Cazorla, der seit Sommer 2011 die erste Mannschaft der Sportgemeinschaft betreut, begründet seinen Schritt mit „fehlender Planungssicherheit“. Der Vorstand um den zweiten Vorsitzenden Andreas Farrenkopf bedauert die Entscheidung, Francesco Ferarraccio, Abteilungsleiter der Fußballabteilung der SG 1983 Viernheim, führt in den nächsten Tagen die ersten Gespräche mit Trainerkandidaten.

„Mein Herz blutet wirklich sehr, Viernheim und der Verein bedeuten mir eine Menge“

so Enrique Cazorla.

„Allerdings ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nicht mehr länger warten kann. Ich habe für die kommende Saison immer noch keine Planungssicherheit.“

Eigentlich, so der Trainer, sei es seine Zielsetzung gewesen, spätestens im Dezember vergangenen Jahres zu wissen, wohin die Reise geht. Doch bei der Sportgemeinschaft gibt es derzeit einfach sehr viele Baustellen, wie gestern auch der zweite Vorsitzende Andreas Farrenkopf offen zugab.

„Wir bedauern den Entschluss von Enrique Cazorla sehr, wir hätten gerne mit ihm weiter zusammengearbeitet. Allerdings kann ich ihn auch verstehen, denn aufgrund unserer derzeitigen Aufstellung im Vorstand ist es uns nicht möglich, gewisse Aussagen über die Zukunft zu tätigen.“

„Zu viel Energie für andere Sachen verbraucht“

Eigentlich sollte die Jahreshauptversammlung im März Klarheit bringen. Diese musste dann wegen einer Erkrankung eines Vorstandsmitgliedes auf Mitte April verschoben werden.

„So lange kann ich nicht mehr warten“

gab Cazorla gestern zu, der sich stets mehr Mithilfe von Seiten der Vereinsmitglieder gewünscht hat.

„Ich bin in erster Linie Trainer, habe aber in den vergangenen Wochen und Monaten zu viel Energie für andere Sachen rund um den Verein verbraucht.“

In der nächsten Woche will Cazorla bekannt geben, welchen Verein er in der nächsten Saison trainieren wird.

Jugendarbeit soll ausgebaut werden

Positiv: Die Zukunft der SG 1983 Viernheim scheint gesichert. Es steht ein neuer Vorstand in den Startlöchern, auf der Jahreshauptversammlung im April soll wieder jeder Vorstandsposten besetzt sein. Des Weiteren soll die Jugendarbeit ausgebaut werden.

„Wir werden in der nächsten Saison von den C-Junioren bis zur F-Jugend überall Mannschaften am Start haben“

freut sich Francesco Ferarraccio. Spätestens in vier bis fünf Jahren soll es auch eine A-und B-Juniorenmannschaft geben.

Montag schweres Auswärtsspiel in Sulzbach

In der aktuellen Kreisklasse B-Saison liegen die „Orangenen“ mit nur sechs Zählern hinter einem Aufstiegsplatz auf dem fünften Rang.

Cazorla:

„Vielleicht gelingt uns ja das „Wunder von Viernheim“ und wir können noch bis zum Saisonende um den Aufstieg mitspielen. Das wäre ein toller Abschluss.“

Am Montag geht es um 12.30 Uhr zum TSV 1887 Sulzbach 2. Der Platz sei katastrophal, die Begegnung enorm schwer, so die Einschätzung des scheidenden Übungsleiter. Mit Torwart Sven Heuser, Alan D’Asselier, Marcel Ritter und Andreas Buerholt drohen gleich mehrere Stammspieler wegen Urlaubs auszufallen. Definitiv fehlen wird wegen einer Verletzung André Keßler. Der Einsatz von Oliver Wunderle ist fraglich.


 

Kommentar von Oliver Höflich

„Fußballverrückter“ wird den „Orangenen“ fehlen

Gerne beschreibt sich Enrique Cazorla als „fußballverrückt“. Nahezu jeder Moment wird genutzt, um an Taktik, Mannschaft und Training zu feilen. Eine Gratwanderung, das weiß auch der Trainer der SG Viernheim. Denn kommen zu den Aufgaben als Übungsleiter noch weitere „Brandherde“ hinzu, kann schnell die Funktion des Trainers in den Hintergrund geraten. Im VT-Interview vom 10. Januar erklärte Cazorla, dass es für einen Verbleib wichtig sei, welche Ziele der Verein anstrebe. Zudem müsse sich der Verein noch besser aufstellen. Fast drei Monate später hat sich in der Sache nichts geändert. Die Zuversicht, dass auf der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand installiert wird, ist zu wenig. Die SG Viernheim muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht viel früher ein klärendes Gespräch mit ihrem Trainer geführt zu haben. Eigentlich hätten im Herbst vergangenen Jahres alle Fakten auf den Tisch gehört, eine langfristige Planung erarbeitet werden müssen. Denn so haben die Südhessen nun eine Baustelle mehr. Es bleibt zu hoffen, dass die Sportgemeinschaft nicht wieder zur „Saufgemeinschaft“ wie vor Cazorlas Antritt im Sommer 2011 wird. Das Pflänzchen ist schließlich noch sehr klein.

Eines ist auf jeden Fall klar: Dieser „Fußballverrückte“ wird den „Orangenen“ fehlen – mehr als man jetzt womöglich denkt.

Text: VT

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Kommentare (12)

  • Nogomet Kezman

    |

    Das soll jetzt alles egal sein!
    Das Wichtigste ist: die Mannschaft bleibt größtenteils zusammen und man findet einen würdigen Nachfolger.
    Wenn das der Fall sein sollte, habe ich keine Bedenken.
    2-3 Abgänge wären verkraftbar – man kann sich ja denken wer dem Trainer folgt…aber die Jungs werden wissen was Sie machen! also ich hoffe es zumindest. Eigentlich läuft es ja, daran hat natürlich der Trainer einen großen Anteil. Aber wenn die Jungs zusammenhalten, kann man den Weg auch mit einem anderen Trainer gehen!
    Das wird nun eine Charakterfrage.
    Trotz allem hätte den Trainer “sein Baby” nicht aufgeben sollen, denke ich.

  • Michael Mantei

    |

    Das Viernheimer Tageblatt zitiert im Kommentar eine sehr unkluge Aussage von Andreas Farrenkopf, der in einem Interview von einer “Saufgemeinschaft” spricht. Ich denke ich spreche für viele, wenn ich hier schreibe, dass die SG Viernheim vor Enrique keine Saufgemeinschaft war und nach dem Weggang von Enrique keine Saufgemeinschaft wird.

  • Kai Rohland

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    Hallo Liebe Vereinkameraden,
    die Aussage von Andreas “Als wir vor zwei Jahren abgestiegen sind, hatten wir einen Namen weg: Saufgemeinschaft.” ist im Kommentar von Michael etwas aus dem Zusammenhang gerissen.
    Den ganzen Artikel findet ihr hier:
    https://www.sg-viernheim.de/aktuelles/viele-meckern-keiner-hilft/
    Ich denke er hat dort die Probleme der SG recht deutlich geschildert.
    Das gehen von Enrique finde ich zwar persönlich schade aber auch das sollte die Manschaft überstehen. Und die Spieler die mit gehen, können sicherlich durch andere die zurückkommen erstetzt werden.
    Wichtiger ist jetzt erst einmal die Hauptversammlung und die Wahl eines kompletten 1. und 2. Vorstands.

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