Verantwortung klar benennen und auf mehrere Schultern verteilen
Neues Qualitätsmanagement soll mehr Transparenz in die Vorstandsarbeit bringen
Vorstellung und Abstimmung am Freitag bei der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim
Bei der SG Viernheim stehen am kommenden Freitag wichtige Weichenstellungen an. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim soll ein neues Qualitätsmanagement vorgestellt und zur Abstimmung gebracht werden, das die Vorstandsarbeit grundlegend strukturieren und auf breitere Schultern verteilen soll. Die Versammlung beginnt um 18.30 Uhr und dürfte für die Zukunft des Vereins von großer Bedeutung sein.
Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklungen sind wachsende Herausforderungen innerhalb des Vereins. Nicht nur sportlich befindet sich die Mannschaft der „Orangenen“ in einer angespannten Lage und kämpft in der Kreisklasse A um den Klassenerhalt, auch organisatorisch sind die Anforderungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Vor allem die Belastung im Vorstand hat ein Maß erreicht, das zunehmend kritisch gesehen wird. Besonders im Fokus steht dabei der Vorsitzende Thorsten Grün, der über Jahre hinweg einen Großteil der Aufgaben getragen hat. Die Vielzahl an Verantwortlichkeiten und der damit verbundene Zeitaufwand hatten zuletzt dazu geführt, dass ein Rückzug aus dem Amt im Raum stand. Diese Entwicklung sorgte intern für Besorgnis, insbesondere bei Michael Mantei, der den Verein als Ehrengründungsvorsitzender seit Jahrzehnten prägt und sich nun erneut aktiv einbringen möchte.
„Thorsten ist ein toller Vorsitzender, aber er muss sich um viel zu viele Sachen kümmern“
erklärt Mantei und bringt damit die zentrale Problematik auf den Punkt. Aus seiner Sicht ist es notwendig, die Strukturen im Verein neu zu ordnen und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Genau hier setzt das geplante Qualitätsmanagement an.
Gemeinschaftsgefühl stärken
Dieses soll als eine Art Leitfaden dienen, der die Aufgaben innerhalb des Vorstands klar definiert und transparent macht. Ziel ist es, dass jedes Mitglied genau weiß, welche Zuständigkeiten mit einem Amt verbunden sind. Gleichzeitig soll dadurch der Einstieg für engagierte Vereinsmitglieder erleichtert werden.
„Jeder Interessierte soll genau wissen, was er in den jeweiligen Ämtern zu erledigen hat“
betont Mantei. Auf diese Weise soll nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Die geplanten Maßnahmen gehen jedoch über reine Aufgabenverteilung hinaus. Angestrebt wird ein umfassender Kulturwandel innerhalb der Vorstandsarbeit. Klare Strukturen, ein vertrauensvolles Miteinander und die Förderung von Eigenverantwortung sollen künftig eine zentrale Rolle spielen. Damit verfolgt die SG Viernheim das Ziel, die Vereinsarbeit langfristig zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig die Belastung einzelner Funktionsträger zu reduzieren. Mantei macht jedoch deutlich, dass es sich dabei um einen Prozess handelt, der Zeit benötigt.
„Das wird nicht binnen weniger Monate umzusetzen sein. Doch wir wollen es angehen – wenn die Mitglieder es wünschen“
erklärt er im Vorfeld der Versammlung. Die Entscheidung darüber liegt letztlich bei den Vereinsmitgliedern, die am Freitag über das vorgestellte Konzept abstimmen werden. Bereits im Vorfeld konnte ein wichtiger Erfolg erzielt werden. Thorsten Grün hat signalisiert, seine Tätigkeit als Vorsitzender fortzusetzen und eine weitere Amtszeit anzuhängen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die geplanten Veränderungen umgesetzt werden. Die Entlastung des Vorsitzenden und eine bessere Verteilung der Aufgaben gelten dabei als zentrale Bedingungen.
„Ehrenamt kann Spaß machen“
Mit dem neuen Qualitätsmanagement verbindet die Vereinsführung auch die Hoffnung, das Ehrenamt wieder attraktiver zu gestalten.
„Ehrenamt kann Spaß machen. Das soll wieder stärker in den Vordergrund gerückt werden“
betonte Mantei. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen sei es entscheidend, die Freude am Engagement zu bewahren und neue Mitstreiter zu gewinnen.
Die Jahreshauptversammlung am Freitag wird somit zu einem entscheidenden Moment für die SG Viernheim. Neben der Vorstellung des Konzepts sollen auch Fragen beantwortet und die Mitglieder aktiv in den Prozess eingebunden werden. Die Verantwortlichen hoffen auf eine rege Beteiligung, um gemeinsam die Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des Vereins zu schaffen.
Unabhängig vom sportlichen Abschneiden steht fest: Die SG Viernheim befindet sich in einer Phase der Neuorientierung. Mit dem geplanten Qualitätsmanagement soll ein wichtiger Schritt unternommen werden, um den Verein organisatorisch zu stärken und langfristig stabil aufzustellen.
Text & Bild: VT
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